3 Tipps für deine richtige Atmung
Der Weg zu meiner richtigen Atmung hat etwa parallel zu meiner Yoga Reise begonnen. Wie finde ich meine richtige Atmung? Gibt es Übungen? Wer zeigt mir eigentlich, wie ich richtig Atme? Hier erzähle ich dir 3 einfache Tipps, wie du DEINE authentische Atmung finden kannst.
“Unsere Atmung kann unseren Gesundheitszustand positiv beeinflussen, uns helfen, abzunehmen und sogar unser Leben verlängern. Wer richtig atmet, ist selbstbewusster und kann sich besser konzentrieren. Wie sehr wir auch auf Ernährung achten, wie viel Sport wir treiben, wie schlank, jung und klug wir auch sind - das alles hilft nichts, solange wir nicht richtig atmen.” Das schreibt James Nestor in seinem Buch Breath. Definitiv für mich einen Grund mal genauer meine Atmung anzuschauen und auf die spannende Wissenschaft aufzuspringen!
Was mich an der Arbeit mit dem Atmen am meisten begeistert
Ganz ehrlich. Es ist die Einfachheit. Du brauchst wirklich nichts außer dich und deinen Atem. Keine Gadgets, kein Konsum, kein Geld. Nur ein bisschen Wissen und Freude am Ausprobieren. Und Motivation und etwas Durchhaltevermögen, um regelmäßig deine Atmung zu steuern.
Yoga und Atmung, da gab’s doch auch irgendeine Verbindung?
Oh ja. In viele alten Traditionen ist schon die Arbeit mit dem Atem beschrieben. So auch in der Yoga- und Ayurveda Philosophie. Die Arbeit mit dem Atem wird dort Pranayama genannt. Prana ist viel mehr als “nur” das, was wir im Westen unter Atem verstehen. Prana bedeutet Lebensenergie. Sie fließt durch deinen Körper und du nährst ihn unter anderem davon. In der Philosophie wird sogar deine Lebenszeit anhand deiner Atemzüge gezählt. Daraus kannst du schlussfolgern: Je langsamer du atmest, desto länger lebst du.
Doch was bedeutet richtige Atmung genau
Jetzt wird es etwas wissenschaftlicher. Deine Atmung ist mehr als nur ein biochemischer oder körperlicher Vorgang, sie beeinflusst dein autonome Nervensystem. Sie wirkt auf Herzschlag, Verdauung, Stimmung und Einstellung des Menschen. Sie bestimmt mit, wann wir erregt sind und wann uns übel wird. Wenn du deine Atmung tief und langsam werden lässt, geht die Atemluft bis in den tiefsten Punkt deiner unteren Lungenlappen. Die Lungen sind von Nerven durchzogen, die sich an dein autonomes Nervensystem anschließen. Wenn du also ganz tief atmest, schalten sich diese Nerven des parasympathischen Nervensystems ein und signalisieren deinem Körper bzw. deinen Organen innere Ruhe und regen deine Verdauung an. Wenn die Luft beim Ausatmen dann die Lungen nach oben steigt, werden wiederum Nerven des parasympathischen Nervensystems angeregt, die noch mehr Ruhe und Entspannung in deinem Körper auslösen. Je tiefer und sanfter du einatmest und je länger du ausatmest, desto langsamer schlägt das Herz und desto ruhiger wirst du.
Der Gegenspieler dazu: Je schneller und heftiger du atmest, desto mehr Nerven in den oberen Lungen werden aktiviert. Diese wiederum sind mit dem sympathischen Nervensystem gekoppelt. Das deinen Organen und deinem Körper signalisiert, du bist in Gefahr. Je mehr solcher Signale, desto größer ist die Gefahr. In diesem Alarmzustand kann dein Körper nur kurze Zeit verweilen. Die Anschaltung des Sympathischen Nervensystems passiert in Sekunden, doch die Deaktivierung braucht meist mehrere Stunden. Die meisten Menschen sind durch äußerliche Reize und andauernden Stress oft in sympathischen Zustand. Die Atmung wird immer schneller und heftiger und der Körper kann sich gar nicht mehr in einen Zustand der Entspannung bringen. Durch bewusstes und richtiges Atmen kannst du also Einfluss auf dein autonomes Nervensystem haben.
Ich habe deshalb folgende 3 Tipps für dich, um deine Atmung nachhaltig und langfristig wieder dem Ruhezustand, also dem Parasympathischen, anzunähern. Bei regelmäßiger Anwendung wirst du in vielen Lebensbereichen einen Unterschied spüren. Du wirst entspannter, konzentrierter, selbstbewusster, deine Verdauung wird besser und dein Körper kann weitere Prozesse wie zum Beispiel Reinigung der Organe durchführen. Folgende Tipps helfen wir bei der Umsetzung zu deiner richtigen Atmung:
3 Tipps, wie du deine richtige Atmung findest
Bauch locker lassen
Lass los und werde ganz sanft und locker in deinem Bauch. Wenn du das lange nicht gemacht hast, kann es zu Beginn ungewohnt sein oder manchmal sogar Schmerzen auslösen. Erinnere dich regelmäßig am Tag, um deinen Bauch loszulassen. Dabei behilflich sein kann: Zieh dir bequeme Kleidung an!Langsam und so leicht wie möglich in den Bauch atmen
Die Bauchdecke hebt sich mit der Einatmung und senkt sich wieder mit der Ausatmung. Machst du das schon intuitiv richtig? Viele Menschen, die noch nie auf die Atmung geachtet haben, atmen “falsch herum”. Mit der Einatmung dehnt sich dein Zwerchfell nach unten, dein weicher Bauch schenkt ihm etwas Platz und darf deshalb leicht nach außen wölben. Mit der Ausatmung zieht sich dein Zwerchfell wieder zusammen und nach oben. Mit deinen Bauchmuskeln kannst du leicht nach innen ziehen, das unterstützt dein Zwerchfell. Nimm deine Atempausen wahr. Mit regelmäßiger Praxis trainierst du so dein Zwerchfell, den Hauptatemmuskel. Wie generell bei Muskeln kann dieses Training am Anfang unangenehm und anstrengend sein. Mit der Zeit gewöhnt sich dein Zwerchfell aber an diese Bewegung und Aufgabe und er macht es ganz von alleine. Lass dir Zeit.Mund zu und durch die Nase atmen
Immer. Auch bei Bewegung. Die Nase ist deshalb so wichtig, weil sie die Luft reinigt, erwärmt und angefeuchtet. So kann sie leichter aufgenommen werden. Du bereitest so die Luft perfekt für die Aufnahme in den Lungen vor. Hört sich vielleicht für dich sehr leicht an, macht aber wirklich einen Unterschied, wenn du den ganzen Tag und die ganze Nacht nur durch die Nase atmest. Was die Mundatmung mit dir macht, erzähle ich dir in einem späteren Artikel.
Die Atmung ist also etwas, was du immer dabei hast. Du kannst diese Tipps also ganz leicht in deinen Alltag einbinden und überall üben. Zum Beispiel bei einer kurzen Wartepause in einer Schlange, auf dem Klo, beim Kochen, etc.. Falls du Fragen hierzu hast, schreib mich gerne an! Ich liebe es, mich über das Thema Atmung auszutauschen. Ich freue mich von dir zu hören. Und nun, viel Spaß beim Atmen!
Quelle: Breath Atem - Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens. James Nestor. 05/2020. Piper Verlag. ISBN 978-3-492-05851-3
Pause im Alltag um die Vollatmung zu praktizieren - auf dem Weg zu deiner authentischen und richtigen Atmung.